Zu Besuch: Jüdische Oberschule

Am Mittwoch, den 9. Mai 2012, kam eine 7. Klasse der Jüdischen Oberschule in unsere Räumlichkeiten in der Deutschen Oper Berlin, um sich auf ihren abendlichen Besuch der Vorstellung „Onegin“ vorzubereiten.

Nachdem die Kinder ihre Sachen in unserer Garderobe abgelegt haben, konnte es sofort mit dem Workshop von Birgit Brux (Tanzpädagogin) los gehen. Zunächst ging es in den Unteren Ballettsaal, wo die Geheimnisse der Spitzenschuhe gelüftet und Fragen rund ums Staatsballett Berlin beantwortet wurden. Im Anschluss erzählte Frau Brux die Handlung des Stückes und zeigte den Kindern Fotos aus der Produktion. Da sie selbst jahrelang als Charaktertänzerin die Amme in „Onegin“ gespielt hatte, konnte sie einige interessante Hintergrundinformationen preisgegeben, zum Beispiel müssen sich die Tänzerinnen und Tänzer vor einer Vorstellung immer sehr viel Zeit nehmen, um sich auf den Auftritt vorzubereiten, denn sie müssen sich noch schminken, die speziell für sie angefertigten Kostüme anziehen und die Spitzenschuhe noch einmal ausprobieren. Desweiteren müssen die Frisuren gemacht werden, denn in dem Stück, das in der Biedermeierzeit spielt ist es besonders wichtig, dass die Frisuren entsprechend in Zeit passen.

Obwohl die Kinder anfangs nicht so richtig tanzen wollten, schaffte Frau Brux es dennoch alle zu motivieren. So ging es zunächst an die Stange um die Grundübungen des Balletts einmal selbst auszuprobieren, wie zum Beispiel das plié, eine Kniebeuge, bei der die Fersen am Boden bleiben, das grand plié, in dem sich die Fersen dann doch heben dürfen, oder das tendu, in dem ein Bein nach vorne, zur Seite oder nach hinten gestreckt wird und nur die Zehen des gestreckten Fußes am Boden bleiben. Im Anschluss daran tanzen sie mit viel Spaß eine Polonaise aus dem dritten Akt des Stückes und einen sehr „russischen“ Tanz aus dem ersten Akt des Balletts, bei dem die Kinder die Arme vor Ihrem Körper verkreuzt hielten und die Beine in paralleler Fußstellung in die Luft warfen.

Nach der praktischen Arbeit im Saal stand den Kindern, die einen russischen Hintergrund haben noch ein ganz besonderes Highlight bevor. Sie durften das morgendliche Training der Profis unter der Leitung des Intendant des Staatsballetts, Vladimir Malakhov, ansehen. Ganz begeistert lauschten sie den russischen Worten von Herrn Malakhov und staunten über die hohen Sprünge der Tänzer. Nach dem Training stellten die Kinder der Tanzpädagogin noch zahlreiche Fragen und erhielten als Andenken einen Spitzenschuh, den sie mit nach Hause nehmen durften.

Bei der Verabschiedung erzählten die Schüler, dass sie ein Plakat über den Besuch bei Tanz ist KLASSE! machen wollen, um diesen besonderen Tag in Erinnerungen zu behalten.

 

Mia Mesenholl (FSJK’lerin)